Michail Bulgakow – Der Meister und das Schweigen

„Ich bin vernichtet“, schreibt Bulgakow 1930 an Stalin höchstpersönlich / Luchterhand Literaturverlag

„Ich bin vernichtet“, schreibt Bulgakow 1930 an Stalin höchstpersönlich / Luchterhand Literaturverlag

Im März jährte sich zum 75. Mal der Todestag des großen russischen Schriftstellers. In deutscher Übersetzung erschien jetzt ein Sammelband mit Briefen und Tagebucheinträgen aus seinen Moskauer Jahren von 1921 bis 1940. Eindrücklich dokumentiert er Bulgakows Leiden unter der Zensur durch das sowjetische Regime.

Für die Moskauer Deutsche Zeitung

Es ist bedrückend und schön zugleich, dass im Kampf der Literatur gegen die Macht stets die Macht obsiegt, die Literatur diese jedoch überdauert. Michail Bulgakow, der Schöpfer des zeitlosen Geniestreichs „Der Meister und Margarita“ und weiterer Satiren und Grotesken, focht diesen Kampf sein Leben lang aus und stand dabei auf verlorenem Posten. Mit nur 48 Jahren starb er 1940 in Moskau ausgezehrt von Armut und Arbeit, Krankheit und Zensur. Er hinterließ ein bis dato größtenteils unveröffentlicht gebliebenes Werk, das ihn heute zu einem der wichtigsten russischen Autoren des 20. Jahrhunderts macht. Und er hinterließ private Aufzeichnungen, die von Leben und Kampf hinter diesem Werk erzählen. Weiterlesen in der Moskauer Deutschen Zeitung

Michail Bulgakow: Ich bin zum Schweigen verdammt. Tagebücher und Briefe, aus dem Russischen von Renate und Thomas Reschke, Luchterhand Verlag, München 2015, 352 Seiten.

Michail Bulgakow – Zur Person
Er hat den vielleicht besten russischen Roman des 20. Jahrhunderts geschrieben. Und doch war er stets dem Hunger näher als dem Ruhm: Michail Bulgakow, den man heute weltweit als den Autor von „Der Meister und Margarita“ verehrt. Seine literarischen Schriften sind satirisch, grotesk und fantastisch. Geboren wurde Bulgakow 1891 in Kiew. Er wurde Arzt und diente als solcher im Bürgerkrieg nacheinander in drei rivalisierenden Armeen. 1921 zog er nach Moskau, die Hauptstadt der jungen Sowjetmacht, und begann zu schreiben. Ab 1930 wurde keines seiner Werke mehr veröffentlicht. Krank und erschöpft starb er 1940.

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